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Der Frieden mit den Klingonen endet.

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  1. Hi Marta & Kuba!

    Mir haben die ersten 15 Minuten von „Leuchtfeuer“ sehr gut gefallen. Auch das Intro ist cool, es erinnert mich etwas an den James Bond-Film „Casino Royal“ mit Daniel Craig. Vor allem die Einführung von Burnham und Georgiou sowie ihr Verhältnis zueinander finde ich großartig! Captain Philippa Georgiou habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist mir unwahrscheinlich sympathisch. Sie hat eine sehr glaubwürdige und professionelle Ausstrahlung. Ich würde jeden ihrer Befehle ohne zu Zögern ausführen und ihr bis an das Ende des Universums folgen, wenn es nötig wäre! Effekttechnisch hat man sich nicht lumpen lassen und eine wirklich zeitgemäße Präsentation der Serie gewählt. Das neue Klingonendesign sehe ich auch kritisch, aber es stört mich im Vergleich zu den anderen – in meinen Augen negativen – Aspekten der Serie nicht wesentlich.

    Die Probleme beginnen für mich in der Szene, in der man das unbekannte Objekt im Streufeld entdeckt und erforschen möchte. Burnham fliegt mit ihrem Raumanzug + Jetpack in das Asteroidenfeld/Streufeld, weil kein Shuttle zur Verfügung steht, das klein und wendig genug ist um zwischen den Asteroiden zu navigieren. Das kann ich nicht glauben, weil „ENTERPRISE“ 100 früher spielt und dort gibt es kleine, wendige Shuttles. „TOS“ spielt 10 Jahre später und auch dort fliegt man mit Shuttles durchs All! Die sind zwar nicht besonders wendig, aber das liegt an der damaligen Produktion. Ich frage mich auch, wie die Klingonen ihr Leuchtfeuer in das Asteroidenfeld hinein bekommen haben. Dieses Leuchtfeuer ist im Vergleich zu Burnhams Raumanzug riesig! Die Shuttles der ENTERPRISE NX-01 hingegen haben nur eine Länge von ein paar Metern. Insofern dürfte es kein Problem sein, mit einem Shuttle dorthin zu fliegen.

    Mein nächstes Problem ist Burnhams Einstellung gegenüber den Klingonen. Gut, sie hat seit dem Tod ihrer Eltern ein Trauma und wird damit nicht fertig. Das ist aber nur die eine Seite! Die andere Seite ist Sareks Rolle. Von ihm erfährt Burnham, wie die Vulkanier vor über 200 Jahren formale Beziehungen zu den Klingonen aufbauten und ist fest davon überzeugt, dass sie diese Vorgehensweise zu 100% auf ihre jetzige Situation übertragen kann. Warum ist sie sich in diesem Punkt eigentlich so sicher? Die Ausgangslage war damals doch eine ganz andere! Ein vulkanisches Schiff drang in den klingonischen Raum ein, aktuell dringt ein klingonisches Schiff in den Föderationsraum ein. Der Tod des Fakelträgers hat für die Klingonen eine große Bedeutung, so ein Ereignis hat es beim Kontakt zwischen Vulkaniern und Klingonen wahrscheinlich nicht gegeben. Außerdem verändern sich Zivilisationen innerhalb von Jahrhunderten drastisch, als Anthropologin müsste Burnham das doch wissen! Bei der Besatzung des klingonischen Schiffes könnte es sich auch um eine Splittergruppe handeln, die mit dem klingonischen Reich nur indirekt zu tun hat – in gewisser Weise ist das ja auch der Fall! So eine Splittergruppe kann sich ja durchaus anders verhalten als die Mehrheit. Es gibt sehr viele Variablen, die Burnham nicht kennt und auch nicht kennen KANN. Burnham hat durch Sarek vielleicht einiges über die Klingonen gelernt. Sie weiß z.B. von den 24 großen Häusern. Sarek scheint die Klingonen gut einschätzen zu können. Hier stellt sich mir die Frage, wie viel die Vulkanier über die Klingonen wissen und warum sie diese Informationen nicht mit den Menschen (ihren Verbündeten in der Föderation) teilen! Michael Burnham wurde von Sarek erzogen und ausgebildet. Sie ist außerdem Absolventin der vulkanischen Wissenschaftsakademie und Xenoanthropologin. Wird sie dadurch zur „Klingonenexpertin“? Mein Eindruck war, dass sie Kenntnisse über viele außerirdische Spezies besitzt und sich nicht auf die Klingonen spezialisiert hat. Burnham tut aber so, als ob sie über das Verhalten und die Pläne der Klingonen Bescheid wüsste. Woher hat sie dieses Wissen? Ich finde das unlogisch! Sarek empfiehlt Burnham ja auch dringend, die Information über den vulkanisch-klingonischen Kontakt sehr vorsichtig zu verwenden. Burnham tut leider das genaue Gegenteil.

    Die nächste unglaubwürdige Szene ist Burnhams Meuterei. Sie unterbreitet Georgiou den Vorschlag, die Klingonen anzugreifen, aber der Captain schmettert diesen Vorstoß ab. Burnham erzählt ihr vom vulkanisch-klingonischen Kontakt von vor 200 Jahren, aber Georgiou lässt sich auch davon nicht überzeugen. Sie begründet ihre Entscheidung damit, dass Burnhams Vorschlag für einen Angriff nur auf Vermutungen basiert und das stimmt auch. Georgious Argumente finde ich absolut nachvollziehbar und sie wird ja anscheinend von ihrer Crew unterstützt, weil sich außer Burnham niemand für einen Angriff ausspricht. Saru möchte sich zurückziehen und vertritt damit eine andere Meinung als Georgiou, aber er akzeptiert ihre Entscheidung dennoch ohne Widerworte, arbeitet weiter und führt die Befehle seines Captains aus. So hätte sich der Erste Offizier Michael Burnham auch verhalten müssen! An Bord eines Raumschiffes herrscht nun mal eine Kommandokette und keine Demokratie nach dem Vorbild der Schweiz, in der vor jeder wichtigen Entscheidung abgestimmt wird. Ein Erster Offizier muss sich darüber doch wohl bewusst sein! Georgiou und Burnham kennen sich gut, pflegen ein freundschaftliches Verhältnis und arbeiten schon viele Jahre zusammen. Wenn Burnham überzeugende Argumente gehabt hätte, dann wäre Georgiou auch darauf eingegangen. Das ist aber nicht der Fall. Georgiou hat sich entschieden und die Befehle des Admirals sind eindeutig, somit muss sich Burnham fügen. Stattdessen lässt sie nicht locker und geht sie ihrer Vorgesetzten weiter auf den Zeiger. Georgiou sitzt in ihrem Captain’s Chair, schaut Burnham an, wendet sich dann kurz von ihr ab und wirft den Kopf leicht in den Nacken. Sie ist also EXTREM genervt und kurz davor, die Beherrschung zu verlieren. Sie gibt Burnham den Befehl, auf ihre Station zurückzugehen. Das bedeutet so viel wie: „Entweder Sie führen jetzt endlich meine Befehle aus oder ich lasse Sie von der Brücke entfernen und unter Arrest stellen!“ Georgiou tut das nicht (später zeigt sich, dass es die richtige Entscheidung gewesen wäre). Als Burnham sich weigert, weist der Captain sie an, ihr in den Bereitschaftsraum zu folgen. Das ist von Georgious Seite ein Zeichen des Respekts, der Wertschätzung und des Vertrauens, das sie ihrem Ersten Offizier entgegenbringt. Jeder andere Captain hätte Burnham schon längst einsperren lassen. Jawohl, Menschen, die sich seit langem kennen und erfolgreich zusammenarbeiten, vertrauen einander! Burnham jedoch nutzt dieses Vertrauen eiskalt aus, greift ihren befehlshabenden Offizier tätlich an und setzt sie mit dem vulkanischen Nackengriff außer Gefecht. Vorher behauptet sie noch steif und fest, dass ihre Handlungen NICHT von Emotionen beeinflusst würden. Jaaa, alles klar! XD Wer soll ihr das bitte abkaufen? Ich habe es jedenfalls nicht getan.

    In Star Trek gibt es nur wenige Szenen, in denen ein Offizier den Gehorsam verweigert, da habt ihr recht. Mir fällt z.B. eine Szene mit Worf und Picard in „Der erste Kontakt“ ein, als Worf sich weigert, Picards Befehle auszuführen. Ein Offizier kann ja durchaus eine andere Meinung vertreten als sein Kommandant und darf ihm auch widersprechen. Im Extremfall muss ein Crewman seinem Captain offen sagen, dass er seine Entscheidungen für falsch hält und sie nicht unterstützt. Er muss dies eben gut begründen können! Eine Gehorsamsverweigerung hat sicherlich auch in der Sternenflotte juristische Konsequenzen. Der betreffende Offizier wird dann eben von seinem Posten entfernt und in seinem Quartier unter Arrest gestellt. Dieser ganze Vorgang wird außerdem im Logbuch festgehalten, wahrscheinlich werden auch andere Mannschaftsmitglieder als Zeugen herangezogen. Nachdem der leere Posten neu besetzt wurde, fährt man mit der aktuellen Mission fort. Für die Charaktere ist das zwar dramatisch, weil das Vertrauensverhältnis Schaden nimmt und es ist durchaus möglich, dass der Offizier damit seine Karriere beendet hat. Ein Prozess mit einem eventuellen Schuldspruch und anschließender Bestrafung steht auch noch aus. Trotzdem ist das in einer Organisation wie der Sternenflotte wahrscheinlich ein relativ normaler Vorgang, der nach bestimmten Regeln abläuft. Wenn Burnham sich dafür entschieden hätte, diesen Weg zu gehen, dann wären ihre Handlungen für mich auch besser nachvollziehbar.

    Es gibt in meinen Augen nicht einmal im Entferntesten eine Rechtfertigung dafür, dass Burnham ihren Captain angreift und anschließend versucht, die Kontrolle über das Schiff an sich zu reißen. Nebenbei belügt sie ihre Kameraden und übermittelt ihnen angebliche Befehle des Captains. Das ist so weit von jeglicher Logik entfernt, dass ich ernsthaft an Michael Burnhams Zurechnungsfähigkeit zweifle. Von den Statuen der Sternenflotte, die sie damit in den Staub tritt, brauchen wir gar nicht erst zu reden. Die Besatzung der Shenzhou befindet sich in einer schwierigen und unklaren Lage. Darum braucht der Captain die Unterstützung jedes einzelnen Mannschaftsmitgliedes. Umgekehrt ist die Mannschaft auf den Captain als Anführer angewiesen. So und NUR so funktioniert die Kommandostruktur. Georgiou IST diese Anführerin! Sie ist so stark und kompetent wie ein Captain es sein muss! Sie genießt das Vertrauen ihrer Crew (mit Ausnahme von Burnham)! Burnham jedoch sorgt dafür, dass Captain Georgiou in dieser gefährlichen Situation ihre Arbeit nicht ausüben kann. Wie genau hilft sie damit der Crew? Glaubt Burnham ernsthaft, dass sie als Einzige die Situation richtig einschätzen und die Crew beschützen kann? Wenn sie das wirklich glaubt, ist sie größenwahnsinnig. Ihre Handlungen sind anmaßend und irrational. Sie verrät ihren Captain, ihre Crew und zentrale Ideale der Sternenflotte wie gegenseitiges Vertrauen, Teamgeist und Diplomatie. Was für ein Sternenflottenoffizier ist Michael Burnham eigentlich? Für mich ist sie ein anmaßender, egoistischer und illoyaler Mensch. So jemand hat in einer leitenden Position nichts verloren! Vielleicht kann man alles mit ihrem Kindheitstrauma erklären. Das macht es aber auch nicht besser, weil Burnham in diesem Fall ein Mensch wäre, der unter einem schweren, nicht verarbeiteten Trauma leidet. Sareks vulkanische Erziehung hat bei ihr scheinbar nicht angeschlagen. Es ist natürlich auch möglich, dass ein menschliches Kind einfach nicht wie ein vulkanisches Kind erzogen werden kann, weil sich die Psyche von Menschen und Vulkaniern zu stark unterscheidet.

    In der zweiten Folge gibt es einen Dialog zwischen Georgiou und Burnham, in dem sie die Meuterei diskutieren. Burnham sagt sinngemäß:
    „Habe ich mich von meinen Emotionen leiten lassen? Ich weiß es nicht.“
    Aha, sie ist also noch nicht mal bereit ihren Fehler zuzugeben! Das passt ins Gesamtbild. Ich hätte ihr vor Gericht die Möglichkeit eingeräumt, sich zu verteidigen bzw. sie hätte sich einen Verteidiger aussuchen dürfen. Mit welchen Argumenten hätte sich Burnham verteidigt? Etwa mit der Aussage
    „Mein Adoptivvater Sarek erzählte mir, wie die Vulkanier vor mehr als 200 Jahren Kontakt zu den Klingonen aufnahmen. Diese Information habe ich dann Eins zu Eins übertragen, obwohl ich praktisch nichts über die Klingonen, geschweige denn und ihre Absichten weiß. Aufgrund von bloßen Vermutungen griff ich dann meinen Captain an, belog meine Crew und versuchte mir das Raumschiff unter den Nagel zu reißen.“
    Wie wäre das Urteil wohl ausgefallen, wenn sie sich so „verteidigt“ hätte? Ich denke, man hätte sie zu recht in eine geschlossene geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen.

    Ich frage mich auch, warum sie T’Kuvma erschießt. Minuten zuvor belehrte sie Georgiou darüber, dass man ihn NICHT erschießen darf, weil die Klingonen einen Märtyrer aus ihm machen würden. Letztendlich wird er also durch Burnham zum Märtyrer! Muss ich das verstehen?

    Michael Burnham hat in den ersten beiden Episoden eine einzige Szene, in der ich etwas für sie empfinde. Das ist die Flashback-Szene, als sie sich an Sareks Prüfung erinnert. Als sie anfängt um ihre toten Eltern zu weinen, hatte ich wirklich Mitgefühl für sie! Leider bleibt es bei dieser einen Szene. Ansonsten habe ich nur negative Gefühle für Burnham oder sie ist mir egal. Sie ist in meinen Augen ein schlecht geschriebener Charakter und als Hauptcharakter ist sie absolut indiskutabel. Insgesamt ist der ganze Pilotfilm nicht gut geschrieben und wirft Fragen auf. Darum gefällt er mir nicht.

    Das ist doch mal ein langer Kommentar, oder? ;) Wenn ihr bis hierher gekommen seid: Danke fürs Lesen!

    Grüße, Michael

    1. Immer her mit den Kommentaren! :)

      Mein eigener Eindruck von den beiden Discovery-Einstiegsfolgen war, dass sie dazu dienen, Burnham für den Rest der Serie einen bestimmten Hintergrund mitzugeben – nämlich den, dass sie fortan damit leben muss, im Eifer des Gefechts und unter Zeitdruck eine zweifelhafte Entscheidung mit sehr weitreichenden Konsequenzen getroffen zu haben. Dass die Meuterei nicht besonders gut begründet und durchdacht war, sondern eher eine überstürzte Handlung, passt da für mich ins Bild. Und dass Burnham sagt, sie sei nicht sicher, ob sie von Emotionen geleitet gewesen würde ich auch nicht als Weigerung sehen, einen Fehler einzugestehen. Mir kommt es so vor, als würde sie sehr wohl daran zweifeln, ob es richtig war, aber das heißt nicht unbedingt, dass es ein emotionaler Affekt war. Mir kommt es so vor, als sei sie in dem Moment überzeugt gewesen, dass es besser ist, sich Georgiou entgegen zu stellen; möglicherweise aus falschen und unvollständig durchdachten, aber trotzdem im Prinzip rationalen Gründen.

  2. Meine Güte, Michael :)
    Im Kern ist wohl Burnhams Charakter, die nicht zur alten Roddenberry-Idee von weiterentwickelten (moralischeren, produktiveren… folgsameren?) Menschen passt, oder? Natürlich ergeben sich dann eventuell charakterlich nicht ganz lupenreine Reaktionen auf Burnham. Bei diesen komplexen Geflechten (und Disco ist da mMn komplexer/fokussierter als die bisherigen Treks) verliere ich manchmal den Überblick ob die Reaktionen (sternenflotten-)moralisch verwerflich oder einfach inkonsistent/out-of-character sind. Und manchmal schaltet mein Gehirn auch in „Action-Thriller-Modus“ wo Charaktere und Motivationen eher Deko sind :)

    1. Hallo Kuba!

      Ja, ich habe einen halben Roman über die ersten beiden Episoden geschrieben. Das hat zwei Gründe. Der erste ist, dass mich der Hauptcharakter Michael Burnham ziemlich in Rage gebracht hat. Sie widerspricht allem, was Star Trek für mich ausmacht. Der zweite Grund ist, dass es in meiner Familie und meinem Freundes-/Bekanntenkreis niemanden gibt, der sich für Star Trek interessiert. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und musste sie irgendwie loswerden. Ich mag euren Podcast und wenn ihr mich dazu ermutigt, Kommentare zu schreiben, dann mache ich das gerne! ;) Ich könnte bestimmt endlos über Star Trek diskutieren, habe aber im realen Leben keine Gelegenheit dazu.

      Ich hatte am Anfang noch die Hoffnung, dass es sich um eine Meuterei im Stil von Filmen wie „Paths of Glory“ oder „Crimson Tide“ handeln könnte. Dort finde ich die Gründe für die jeweilige Meuterei nämlich gut nachvollziehbar und gerechtfertigt. Wahrscheinlich ist das viel zu „kompliziert“ und „intellektuell“ für das neue Star Trek. Man inszeniert wohl lieber auf Teufel komm raus Dramatik und Action, egal ob die Handlung Sinn ergibt oder nicht. Genau da steige ich aus, weil mir das einfach zu platt ist! ;)

      MfG Michael

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