Cory Doctorows Aussteiger, die Walkaways, haben ziemlich interessante Ideen und ein gutes Herz. So spannend die abstrakten Sci-Fi-Aspekte sind, so blass bleiben allerdings die Charaktere und ihre Abenteuer.

Die Prämisse ist vielversprechend: In einer nahen Zukunft ist die Ressourcenknappheit durch modernste Recycling- und 3D-Drucker-Technologie so gut wie besiegt. Dennoch sind kapitalistische Strukturen nicht nur übrig geblieben, sondern haben sich noch mehr ins Extreme gesteigert. Eine Handvoll megareicher „Zottas“ versucht durch künstliche Waren-Verknappung und Überwachung an der Macht zu bleiben. Eine neue weltweite Bewegung der „Walkaways“ beschließt sich dem entgegenzustellen, indem sie einfach buchstäblich weggehen und in unbewohnten Gebieten oder verlassenen Städten ihr eigenes Ding machen. weiterlesen

Monte schraubt irgendwas mit einer alten Ratsche am Raumschiff. Im Ohr hat er – und wir im Publikum fast noch lauter – seine Tochter, die schreit und schreit und schreit – nach Zuwendung oder Essen oder weil der Video-Stream von der Erde nur einen rassistischen Klassiker von 1912 zu bieten hat. Wo normalerweise der Sauerstoff-Alarm Dringlichkeit erzeugt, ist dieses futuristisch-unfuturistische Babyfon eine fantastische Neuerung.

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