Prospect ist die Ausweitung eines erfolgreichen Sci-Fi-Kurzfilms (über den damals unter anderem PewPewPew begeistert berichtete) auf Spielfilmlänge. Dadurch ist ein angenehm bedächtiger und stiller Film entstanden, der viel Zeit für schöne Einstellungen bemooster Bäume und ihrer schleimigen Auswüchse hat. Letzere werden von der jungen Cee und ihrem Vater geerntet, um sie dann in krummen Geschäften zu Geld zu machen. Als sie anderen gierigen Sammlern begegnen, eskaliert die Situation schnell.

Die wertvollen organischen Schleimklumpen, die im Laufe des Films immer wieder aus dem Boden gegraben und zu Juwelen verarbeiten werden, tragen dabei erfolgreich dazu bei, dass man den bis auf ein paar herumschwirrende CGI-Partikel ziemlich naturbelassenen Drehort gerne als außerirdisch akzeptiert (obwohl er sehr nach dem Olympic National Park in der Nähe von Seattle, wo die Regisseure herkommen, aussieht). Dem Inneren der Raumkapsel von Cee und ihrem Vater verleiht das recht niedrige Budget ein bisschen Wohnzimmerflair, aber dafür ist die Ausstattung schön futuristisch und schrottig zugleich und überzeugt durch liebevolle Details wie Beschriftungen mit fremdartigem Alphabet. weiterlesen

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Neben The Dispossessed ist The Left Hand of Darkness wahrscheinlich Le Guins bekanntestes Science-Fiction-Werk. Die beiden Erzählungen sind in demselben Universum angesiedelt, in dem die humanoiden Bewohner verschiedener Sonnensysteme (ähnlich wie etwa in Star Trek) alle von gemeinsamen Vorfahren – den Hainish – abstammen und daher viele Merkmale teilen. Trotzdem haben sie sich in ziemlich verschiedene Richtungen entwickelt. In The Left Hand of Darkness lernen wir die Gethenianer kennen, deren Heimatplanet wegen seiner extremen Temperaturen von Außerstehenden auch „Winter“ genannt wird. weiterlesen

Tipps für einen futuristischen Herbstanfang!

1. In den Links schon erwähnt: Die Floating University ist im September für Besucher geöffnet. Neben den künstlerisch-ökologisch-politisch-experimentellen Ausstellungen und Workshops ist das Gelände auch optisch sehr sehenswert und erinnert mit seinen Stegen, verwinkelten Holzkonstruktionen und als Beete und Wasserfilter genutzten Badewannen an postapokalyptische Siedlungen aus  Fallout 4 oder Water World.

2. Das Fantasyfilmfest fängt morgen an! An der Science-Fiction-Front gibt es unter anderem Folgendes zu sehen:

  • Minimalistisch: PROSPECT von Christopher Caldwell und Zeek Earl. Mmh!
  • Überbordend: FUTURE WORLD von James Franco. Uff!

3. In der Sci-Fi-Buchhandlung Otherland ist nächste Woche Charles Stross zu Gast, der unter anderem Saturn’s Children geschrieben hat. Stellt ihn zur Rede am 10.09.! weiterlesen

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Saturn’s Children ist eine an Robert A. Heinleins Roman Friday angelehnte Space Opera. Ganz wie dieser Untertitel erwarten lässt, legt Saturn’s Children ein rasantes Erzähltempo vor, bietet eine abgefahrene Story und reichlich saftige Details.

Die Protagonistin Freya muss sich in einem Universum durchschlagen, das nach dem plötzlichen Aussterben der Menschheit nur noch von künstlichen Intelligenzen unterschiedlichster Art bevölkert ist: machtgierige menschenähnliche Aristos, die sich andere Roboter untertan machen wollen; uralte Maschinen, die inzwischen ihren Daseinszweck verloren haben und sich anderen Dingen zuwenden; und allerlei zwielichtige Gestalten, die versuchen mit krummen Weltraumsgeschäften über die Runden zu kommen. weiterlesen

Wasser vom roten Planeten?

„Just a mile or so beneath the surface, near the south pole of Mars, there is a reservoir of briny water sloshing and churning below layers of ice and rock.“

…oder das mysteriöse rote Wasser aus dem verfluchten Sarkophag?

„What was revealed was not buried treasure or some massive curse (yet) but three average skeletons, possibly soldiers, baking in a lot of red liquid.“