VOX ist kein gutes Buch; aber es hat mich dazu gebracht, einen Klassiker zu lesen, mit dem es in Rezensionen immer wieder verglichen wird. Daher hier eine Doppelrezension zu VOX und seiner (nachdem ich beides direkt hintereinander gelesen habe, wirklich nicht zu übersehenden) Vorlage The Handmaid’s Tale.

In Atwoods Klassiker The Handmaid’s Tale erzählt uns eine namenlose Frau von ihrem Leben in einer nahen Zukunft (von damals aus). Eine religiöse Gruppierung ist in den USA an die Macht gekommen, die sehr genaue Vorstellungen davon hat, welche Rolle Frauen in der Gesellschaft einnehmen sollen. Oder, genauer gesagt, welche Rollen: wer das zweifelhafte Glück hat, fortpflanzungsfähig zu sein (was in Atwoods postapokalyptischer, gift- und strahlungsverseuchter Welt inzwischen die Ausnahme ist), kommt in Frage als sogenannte Handmaid; alle anderen – zumindest diejenigen, die nicht in Arbeitslager geschickt wurden – nehmen entweder eine Rolle als Ehefrau (für Gesellschaft oder vielleicht Liebe), Haushaltshilfe oder (inoffiziell) Prostituierte ein. Für jede Rolle gibt es ein striktes Regelwerk und eine klare äußere Markierung: alle zum Gebären vorgesehenen Handmaids tragen beispielsweise Rot und haben einen von „ihrem“ Mann abgeleiteten Namen.

Auch in VOX erzählt uns eine Frau von einer (von uns aus gesehen) nahen Zukunft, in der eine konservative religiöse Gruppierung in den USA rapide an politischer Macht gewonnen hat. Eins ihrer Ziele besteht darin, Frauen zum Schweigen zu bringen. Das setzen sie mit Hilfe technischer Geräte um, die die tägliche Anzahl gesprochener Wörter auf 100 beschränken und ansonsten (per zwangsweise angelegtem Armband) körperliche Schmerzen zufügen. weiterlesen

Eine Seite, auf der seit über 30 Jahren (?!) nicht nur anarchistische Klassiker wie The Dispossessed annotiert werden; es ist vielmehr eine ziemlich vollständige, fantastische Liste von Science Fiction allgemein, mit Links und Kommentaren zu einzelnen anarchistischen Aspekten, wo man sie nicht unbedingt erwarten würde:

„Joe Schembrie, too, in his Science Fiction and Libertarianism, notes with approval that, in E.T., ‚government agents and scientists prove to be far less competent than children at dealing with an alien encounter.'“

Jonathan und John (gespielt von Ansel Elgort, bekannt als Baby Driver) nennen sich gegenseitig „Brüder“, sind aber zwei Persönlichkeiten, die sich in abwechselnden Schichten den gleichen Körper teilen. Mal ein anderer Blick auf Persönlichkeitsspaltungs-Stories und ein ganz cooles scifiiges Konzept, aus dem der Film „Jonathan“ aber nicht so richtig viel rausholt. weiterlesen

Anlässlich von Chang’e 4s erfolgreicher Landung auf der Rückseite des Mondes, wobei als Teil eines Experiments auch Seidenraupeneier an Bord sind, ein Video von einem anderen chinesischen Projekt (Raumstation Tiangong-2):

„Bizarre footage shows astronauts taking silkworm for ’space walk‘ in zero gravity on board orbital laboratory“

(Ich hatte es mir nach dieser Schlagzeile aber ehrlich gesagt bizarrer vorgestellt.)