6 Kommentare

Science Fiction ist überall und weiß es nicht mal. Fantastische Wissenschaftlichkeit – Der Podcast über Futuristisches, das uns alltäglich begegnet!

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Inhaltsangabe, Shownotes, Links und Fotos weiter unten!

Kapitelchen

  • Netflix‘ Last Table
  • SciFi-Essen (ab 12:56)
    • Blade Runner 2049s Holoklops
    • Star Treks Replikator
    • Matrix‘ Proteinplörre
    • Star Treks Holodeck
    • Soylent (das echte, nicht grüne)
    • Douglas Adams‘ Restaurant am Ende des Universums
  • Vürstchen, Vorurteile, Ersatze, Entitlement und Economy (ab 24:29)
  • Ängste vor dem Fremden: Gagh, Meeresfrüchte und Insekten (ab 29:47)
  • Nachhaltigkeit als futuristische Effizienz (ab 32:22)
  • Freeganistische Gedankenexperimente, vegane Fallen, Simulationsdilemmata, unethische Wünsche (ab 34:48)
  • Review „Deutschlands erster Insektenburger“ (ab 44:14)
  • Review Insektenriegel, live! (ab 52:23)
  • Review Impossible Burger (ab 55:59)
  • Unsere Pitches für SciFi Food und eine lobende Erwähnung: Story Of Your Life (ab 1:07:30)

Shownotes + Links

Nachtrag

Kurz nach dem Podcast bin ich über das Buch La Cucina Futurista gestolpert. Das Kochbuch der Futuristischen Bewegung ist 1932 erschienen (Alarmglocken) und versucht mit traditionellen Gerichten wie Pasta (leidenschaftslos) und rein visuell/olfaktorisch hübschen Zubereitungen aber auch mit Messer und Gabel aufzuräumen. Stattdessen schlägt der Autor neuartige Techniken vor, die schwer nach Molekularküche klingen: Ozonierer, UV-Lampen, superfeine Mühlen, Vakuumpumpen und pH-Tester. Allerdings zitiert der Wikipedia-Artikel (mit „multiple issues“) den Autor Elizabeth David, der 40 Jahre später schrieb:

Marinetti’s ideas about food contained a germ of common sense, but behind his jesting lay the Fascist obsession with nationalism. Marinetti wanted to prepare the Italians for war. „Spaghetti is no food for fighters“

Über diese Ecke bin ich auch auf dieses Buch gestoßen, genauer gesagt durch ein Kinder-Kochkurs-Hörspiel-Projekt das am 6. Dezember 2018 auf Radio Blau ausgestrahlt wurde (meines Wissens bisher aber nicht online veröffentlicht wurde).
Dieser unangenehme Beigeschmack von futuristischem Essen legt sich damit nicht nur den Fußballweltmeisterschaftsnationalismus von Netflix‘ Last Table, sondern erinnert uns daran neue Ideen immer zu hinterfragen. I’m looking at you, Deutschlands Erster. //Kuba

Fotos

Insektenburger: Noch roh
Im Ofen
Durch
Spongebob Style
Im „Bun“
Impossible Burger

Fürn Instagram

Credits & Lizenz

Cover: basierend auf Robert Fludd Metaphysik und Natur- und Kunstgeschichte beider Welten, nämlich des Makro- und des Mikrokosmos, 1617; Public Domain via Wikimedia Commons
Intro/Hintergrundmusik: Lazy Magnet – Masters Of Science Fiction CC BY-NC-SA 3.0 via Free Music Archive (h/t)

Diese Folge erscheint unter CC BY-NC-SA 3.0, d.h. gerne teilen, remixen, aber uns bitte erwähnen und kein Geld verdienen! Guten Appetit.

Kommentare

  1. Gegrüßt.
    Auf dem Discovery Panel fließt literweise endlos der Eierlikör und jetzt lasst ihr es euch hier auch noch gutgehen und speist Loki-esk tafelweise zukünftige Teller leer… Dann mal guten Appetit!:))
    Das Hören wird noch vollzogen worden sein, was ihr euch da alles fictional herbeirepliziert, daher nur dieser magenknurrende Teaser eines Beitrags

    (Ist jetzt mit Messer&Gabel zu essen unanständig gegenwärtig oder zukunftsweisend? Und was halten andere Küchen dieser Jetztzeiterde von alledem? Was auf den Teller landet, ist ja auch Psychologie – Melanie Joy: „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen?“ zu&über Karnismus, was als essbar angesehen wird und bereits akzeptiert ist)

  2. Hallo,

    der Replikator dürfte aus uns allen Veganer machen. Die Technologie dürfte aber auch andere weitreichende Folgen haben. Geld wäre damit überflüssig. Genauso wie der Hunger auf der Welt. Bei Star Trek war es (leider) der erste Kontakt mit den Vulkaniern, als dann später Friede Freude Eierkuchen herrschte. Der Replikator kam erst später, doch diese Erfindung hätte eigentlich auch die meisten positiven Veränderung bringen können, wie sie beim alten Star Trek gezeigt werden.
    Veganer habe ich auch in der Liste bei Facebook. Da wird täglich die Speise gepostet. Scheint eine Art Religion für sie zu sein. Nicht negativ, denn jeder darf FB so nutzen wie er mag. Auch positiv, dass sie nie versucht hat zu missionieren und weiter positiv, dass Veganer in der Minderheit sind. Nicht um sie so zu unterdrücken, sondern weil so Toleranz herrscht, denn jetzt können Veganer vegan leben und Fleischesser Fleisch mampfen. Wären die Veganer in der Mehrheit, würde es verboten und somit intolerant. Negativ finde ich in der Beobachtung der Veganerin, die auch veganische Freunde hat, die da zustimmen, dass die Tötung der Tiere mit dem Holocaust gleichgesetzt wird. Sie stellt damit den Wert eines Tieres mit dem eines Menschen gleich, das sehe ich anders.

    Gagh dürfte tatsächlich nur für westliche Länder mitunter „ekelhaft“ sein. Auch interessant, dass die Klingonen das nur frisch wollen und lebendig, also unrepliziert. Obwohl die Technologie da ist, dass alle vegan sein könnten, ist ihnen die Tradition und die Mutprobe lieber. Das ewige Stärke zeigen zu wollen, für die Ehre, auch bei der Speise, ist sowieso albern. Riker macht da in einer Folge bei TNG mit, um sich einzuschleimen.

    Glaub Marta sagte kurz mal: „Ich halte das mal in die Kamera“ Oder mein Gedächtnis spielt mir gerade einen Streich, habe auch ein paar Bierchens getrunken. Habt ihr da einen Stream? Ich kann euch nur per Audio folgen.

    1. Hi Dennis,

      da das mit den Bierchen bei mir genauso aussieht, kann ich jetzt auch nicht zu 100% beschwören, was ich gesagt habe – aber wenn ich etwas in die Kamera halte, dann meistens leider nur per Skype für Kuba, oder manchmal als dummer Witz für Publikum, wir nehmen nur audio auf.

      Danke für deinen Kommentar!

  3. Gegrüßt ihr beiden und nach dem Hören ausführlicher nun kommentiert.
    Sehr interessante Sendung; sprecht bunt an, was mich beim Thema durchaus auch beschäftigt. Zusätzlich dann noch wagemutige Marta, die live ins schokolierte Insekt beißt und nicht einmal Bier zum nachspülen

    braucht (wobei ist ja auch kein Muttertag für sowas) und sich Qba rein für die Wissenschaftlichkeit aufopfert und alle Moral fahren lässt, um dorthin zu essen, wo noch kein mensch zuvor aß. Du Kuba bist also

    Veganer (oder Flexiganer angesichts deiner Forschungen:-) ), was schon zu vermuten war: Anfang VOY-Staffel2, als du auf Eastern European Tour warst und hypermodern digital zugeschaltet werden musstest,

    berichtetest du von Highlighteventhappening eines käuflichen Erwerbs eines veganen Würstchens, für das sich zuvor ein Mädchen interessierte, der Vater es aber schnell davon weglenkte. Daher war nicht ganz

    klar, ob das nun ein Kompensationskauf fürs Mädchen war:-), du dir nur eine Trophäe als Mitbringsel und zum Vorzeigen zuhause erstanden hattest oder einfach nur was essen wolltest :-D Und du Marta bist auch

    Veganerin? – du hast das weniger klipp und klar (weil zu selbstverständlich?) verbalisiert („Wie ein Politiker!“;-) )

    Die Sache mit der „Effizienz“ halte ich bei sowas für neoliberalen Dummschwätz, der alles an sozialen und physischen Nebenfolgen von Pillen oder Matrix-Schleim ignoriert bis verdrängt und da arg eingleisig

    „argumentiert“, als stünden Graue Herren als stete Einflüsterer parat.
    Bei auch nur 2.000kcal (was schon – evtl. lebensverlängernd – kalorienreduziert wäre), wüsste ich ohnehin nicht, wie man die in Pillen kleiner als hochkompakte Orangen pressen können sollte, wo 1g Fett =9 und

    Kohlenhydrate wie Proteine 4kcal pro Gramm bieten – man nur mit Fett
    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-12/ernaehrung-fette-oele-weihnachtsessen-gesundheit-fett-kalorien
    für die 2.000kcal an die 225Gramm verspeisen müsste. Und dann mangelte es einem immer noch an den physiologisch ganz anders durchwirkenden Kohlenhydraten und Proteinen. Und auch wenn die

    Ernährungsphysiologie aufgrund ihres frecherweise nicht monokausal-linear, sondern eher multiplex funktionierenden Gegenstands nicht immer zur Eindeutigkeit in den Empfehlungen neigt, ist bspw. die Nützlichkeit

    von hierzulande tendenziell zu wenig aufgenommenen Ballaststoffen klar genug, die insb. im Darm relevante Wirkungen zeitigen und für die dort hausende Bakterienpopulation auch nicht unwichtig sind. Wenn man

    nun nur noch Matrix-Schleim isst, der sich wohl kaum ballaststoffreich schleimig halten ließe, möchte ich nicht Gastroenterologe in der Matrix sein müssen:-). Davon ab, wer nur Pillen und/oder Schleim „isst“, muss

    Kiefer und Zähne, also den Mund insgesamt (wo mittels Speichel und Kauen erste Vorarbeiten für den Magen gemacht werden könnten) für ein evolutionäres Auslaufmodell halten und sich intensive

    transhumanistische Gedanken machen, wie er das gecrisprt kriegt, diesen „Blinddarm2.0“ loszuwerden. Denn sich ein Organ zu halten, was in der Form dann echt kaum noch von Relevanz ist, wäre ja mitnichten

    effizient, sondern überflüssig und Ballast (ohne Stoff). Das nur angerissen, welche Sintflut das nach sich zieht, wenn man meint, wegen ein paar Minuten Zeitersparnis derart in die Evolution eingreifen zu wollen.

    Essen in der SF: Musste da sofort an ein Volk aus der Perry Rhodan-Serie denken, das zu meiner Irritation ziemlich genau das betreibt (und auch in manch Heft zumindest mal thematisiert wurde), was in von marta

    genannten Film vorkommt
    https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Onryonen#Sitten_und_Gebr.C3.A4uche

    Und nun noch tapferer sein als beim Biss ins Insektenmehl – im Jenseits von netflix werden viele der Themen verhandelt, die ihr fett facettenreich angesprochen habt:UNSER ZUKÜNFTIG BROT
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    swr2-wissen-spezial-20180519-die-hightech-oeko-landwirtschaft.m.mp3
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    swr2-wissen-spezial-20180526die-psychologie-des-essens.m.mp3
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    swr2-wissen-spezial-20180609-wohin-europa-seine-bauern-lenkt.m.mp3
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    swr2-wissen-spezial-20180707-wegwerfware-essen-unser-kuenftig-brot-810.m.mp3
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    Plus:
    Mit einer revolutionären Anbaumethode erzielen Kleinbauern in Indien Rekordernten. Doch die Methode ist kaum bekannt; Saatgut- und Agrochemie-Konzerne können daran kaum verdienen. (Produktion 2014)
    swr2wissen-20180711-eine-anbaumethode-revolutioniert-die-landwirtschaft.m.mp3

    Vieles, was wir heute für urdeutsch halten, stammt aus fernen Ländern. Die Heimat der Erbse ist vermutlich Syrien, Kirschen stammen aus Kleinasien und Gurken aus Indien. (Produktion 2017)
    swr2wissen-20180629-wie-erbsen-und-kirschen-zu-uns-kamen.m.mp3

    „Cherokee Purple“ und „Paulas Süßester“ – traditionelle Tomatensorten tragen nicht nur tolle Namen, sie schmecken sogar richtig gut.
    swr2wissen-20180404-tomaten-mehr-aroma-durch-gentechnik.m.mp3

    1. Hi Eldhoverd,

      wow, du hast eine beeindruckend gute Erinnerung an komische Details, die wir in unseren Podcasts nebenher erwähnen! Ich selbst bin nicht Veganerin, ich esse nur kein Fleisch (außer Heuschrecken).

      Du sprichst einen wichtigen Punkt an, den wir mehr oder weniger ausgelassen haben – vielen Dank dafür: die (land-)wirtschaftliche und politische Dimension im Zusammenhang mit neuen Technologien, wobei Profit für die Produzenten/Patenteure oft nicht mit Nutzen für die anbauenden und die zu ernährenden Menschen einhergeht. Danke auch für die Links dazu! Sehr gute Ergänzung zu unserer eher quatsch-und-kuriositäten-orientierten Diskussion.

      Deine futuristischen Pitches gefallen mir auch sehr gut, sowohl inhaltlich (Rückentwicklung von Esswerkzeugen oder -organen, weil sie nicht mehr benötigt werden… brr; und welche Konsequenzen das wohl gleichzeitig für das Sprechen hätte, falls ursprünglich dieselben Teile dafür benutzt wurden?) als auch sprachlich („hochkompakte Orangen“, „es gecrisprt kriegen“ – nice!).

      Viele Grüße & köstliche Weihnachten & Prost Neujahr,
      Marta

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