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„Wieder im Alphaquadranten“

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Endgame @ Memory Alpha

Kommentare

  1. Hallo Marta, Hallo Kuba!

    Tanjas These, Picard bekäme in TNG nur Dilemmata, die diplomatisch lösbar sind, möchte ich widersprechen. TNG zeigt uns sogar zwei berühmte Folgen, in denen er mit Dilemmata zu kämpfen hat, für die es keine „gute“ und „schmerzlose“ Lösung gibt, nämlich „Yesterday’s Enterprise“ und „I, Borg“.

    In „Yesterday’s Enterprise“ müssen sich Tasha Yar und andere OffizierInnen opfern, um die Zeitlinie zu reparieren, so dass es nicht zum Krieg mit den Klingonen kommt. OK, das fand in einer alternativen Zeitlinie statt, aber die Idee ist dieselbe wie z.B. in „The City on the Edge of Forever“: einzelne Personen müssen zum Wohle Aller geopfert werden.

    In „I, Borg“ möchte Picard das gesamte Borg-Kollektiv auslöschen (ob das moralisch zu rechtfertigen ist, dürfen Simon und Sebastian in ein paar Monaten diskutieren) und wird von seiner Crew überzeugt, es nicht zu tun. Später muss er seine Entscheidung vor Admiral Nechayev verteidigen.
    In diesen beiden Episoden finde ich die Grundidee plausibel und das Dilemma zumindest diskussionswürdig. Ihr habt schon „Caretaker“ und „Tuvix“ erwähnt, weil sie eben keine „have our cake and eat it too“-Lösung haben. Ja, Admiral Janeway opfert sich, aber vermissen wir sie? Für mich hat sie denselben Stellenwert wie die Charaktere aus TNG, DS9 und VOY, die nur in einer Folge zu sehen sind, weil sie im Spiegeluniversum, in einer alternativen Zeitlinie oder einer alternativen Zukunft leben, z.B. die Enterprise-Crew in „All Good Things“. Ich zumindest trauere Admiral Janeway nicht nach.

    Für mich werden Captain Janeways Gegenargumente aus ihrem Dialog mit Admiral Janeway nicht ausreichend diskutiert. Captain Janeways Einwand des Schmetterlingseffektes ist sehr valide, zumal sie den Borg quasi „nebenbei“ einen schweren Schlag zugefügt haben. Im Star Trek-Universum, das viel mit Politik, Diplomatie und Kulturen arbeitet, ist das eine regelrechte Einladung für andere Spezies, das entstandene Machtvakuum zu füllen! Erinnert ihr euch an Arturis aus „Hope and Fear“, dessen Volk von den Borg assimiliert wurde, nachdem sie von der Voyager-Crew die „Anti-8472“-Massenvernichtungswaffe bekommen hatten? Dasselbe Problem gibt es jetzt, nachdem die Borg einen großen Teil ihrer Macht verloren haben! Ist das, was die Crew hier tut, besser als die Vernichtung der ganzen Spezies, die Picard durchführen wollte? Vielleicht wird das Kollektiv nicht vollständig, aber zu 47% zerstört. Das bedeutet trotzdem den Tod von mehreren Milliarden Drohnen! Die Veränderung der Vergangenheit ist eine Sache, aber dieser Sieg über die Borg steht auf einem anderen Blatt. Captain Janeway versuchte in Staffel 1 noch, die Machtverhältnisse im Delta-Quadranten so wenig wie möglich zu beeinflussen. Wie passt das zu so krassen Schritten wie der Weitergabe der Holo-Technologie an die Hirogen und die Zerstörung des Transwarpnetzes der Borg? Dachte sie sich „YOLO, ich zieh‘ das jetzt durch!“?

    Captain Janeway hätte außerdem die „Kommission für temporale Integrität“ erwähnen sollen! Stellt euch mal vor, die raufen sich wieder die Haare wegen Janeways unerlaubtem Herumpfuschen an der Zeitlinie und müssen alles mühsam rückgängig machen …

    Seit wann lassen sich die Borg eigentlich so leicht besiegen? Zerstörten sie in „The Best of Both Worlds“ und „First Contact“ nicht ganze Flotten? Ja klar, die Voyager nutzt Technik aus der Zukunft, aber DAS finde ich übertrieben. Mich stört außerdem, dass die Borg mit ihren Transwarp-Kanälen anscheinend direkt in unser Sonnensystem fliegen können. Wieso haben sie immer so große Umwege durch zwei Quadranten gemacht?
    Gefallen hat mir, dass die Sternenflotte in der Nähe der Erde in kürzester Zeit eine Flotte aus 18 großen, schwer bewaffneten Raumschiffen zusammenziehen kann. In „The Best of Both Worlds“ wurde die Erde noch von drei winzigen Shuttles … ähm … „verteidigt“.

    Euer Argument, die Serie müsste sich auf die Voyager-Crew konzentrieren, kann ich zwar nachvollziehen, aber nicht teilen. Bei den Szenen mit Admiral Janeway und dem unheilbar kranken Tuvok kritisiert ihr ja selbst, dass er die letzten Jahre seines Lebens nicht im Kreise der Familie verbringen darf, sondern allein in irgendeinem Krankenhauszimmer untergebracht ist. Wenn das Autorenteam seine zuvor etablierte Familie mit Ehefrau und Kindern im Finale nicht nutzt, hätten sie das meiner Ansicht nach besser weglassen sollen. Am Ende ist es verschenktes Potential. Dann hätte ich über seinen familiären Hintergrund lieber gar nichts erfahren.

    Nennt es „Nitpicking“, aber drei Aspekte möchte ich noch kurz erwähnen:

    1) Tuvoks Krankheit wurde zuvor noch nie erwähnt, ist im Finale aber urplötzlich entscheidend.

    2) Genauso läuft es mit dem Transwarpnetz der Borg: Captain Janeway meint zu Seven: „Sie sagten mir einmal, es gäbe nur sechs davon in der gesamten Galaxis.“ Dieser Dialog fand off screen statt. Sowas darf man meiner Meinung nach in einer Folge ein Mal machen, aber nicht öfter!

    3) Korath ist ein Idiot erster Güte! Admiral Janeway verschafft ihm einen Sitz im Hohen Rat und als Gegenleistung verspricht er ihr ein ZEITREISEGERÄT?!? Was glaubt dieser Dummkopf denn, was sie damit vorhat? Er hätte einen Post-it-Zettel mit der Aufschrift „Bitte nicht die Vergangenheit verändern!“ draufkleben sollen. Weil Admiral Janeway ihn gegenüber Captain Janeway nicht erwähnt, wird er den Posten im Hohen Rat nie bekommen. So viel Blödheit gehört bestraft!

    *Seufz* Was hat mir an „Endgame“ außer der Verteidigungsstreitmacht der Erde noch gefallen? Es ist leider nicht viel. Kate Mulgrews Schauspiel finde ich überragend gut! Ich nehme ihr sowohl den Captain als auch den „elderly Admiral“ ab. Vor allem fügt sie sich gut in ihre bisherige Rolle ein, dabei denke ich z.B. an „Caretaker“, „Basics“, „Scorpion“, „Deadlock“ und „Year of Hell“. Diese Doppelrolle hat für mich besser funktioniert als vieles andere. Ihre Szene an Chakotays Grab ist sehr gut gespielt und auch die ganze Inszenierung hat mich überzeugt. Über die anderen DarstellerInnen kann ich wenig sagen, vielleicht weil sie auf ihrem Niveau geblieben sind oder weil die „doppelte Janeway“ (die irgendwie schon zum Trope geworden ist) sie überstrahlt. Janeways „Selbstgespräch“ ist für mich der beste und nachhaltigste Dialog in der Folge. VOY konzentriert sich ähnlich stark auf Janeway wie TNG sich auf Picard konzentrierte. Ich denke, Kate Mulgrew bekommt in diesem Serienfinale einen besseren Abschluss als ihr Charakter. Ansonsten fällt mir leider nichts Positives ein! Und das nach sieben Jahren „Voyager“ … Es ist in Summe einfach kein rundes Finale.

    Der YouTuber „Lorerunner“ hat ein wie ich finde gutes Review zu „Endgame“ hochgeladen:
    https://www.youtube.com/watch?v=RAAwn7_1bO0

    Ein Kommentator auf http://www.trekamdienstag.de brachte mich zu dieser Website:
    https://treknews.net/2021/03/31/star-trek-voyager-to-the-jouney-funding/
    Go Voyager, roll tide!

    LL&P
    Michael

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