Ich war wieder auf der FedCon! Dieses Jahr durfte ich sogar selbst bei einem Panel mitmachen, und zwar beim „Cast Blast“ mit und über Star-Trek-Podcasts. Vielen Dank an die Organisatoren/Moderatoren von Nerdizismus und viele Grüße an die anderen Podcaster, die mit uns dort waren: Trek am Dienstag, Discovery Panel, Federation Cast! It was a blast.

Ansonsten gab es ein bisschen Star Trek, viel ESA, ganz viel Battlestar Galactica – ein starkes Programm, das mir ziemlich ans Herz gegangen ist.

Meine Vorbereitung war wahrscheinlich die dümmstmögliche.

Aufgrund der Ankündigung, dass fast der gesamte Cast von Battlestar Galactica anwesend sein würde, habe ich endlich damit angefangen, die Serie zum ersten Mal zu schauenIch bin aber nur ein paar Folgen weit gekommen. Und auch wenn man nicht viel über Battlestar weiß, weiß man wahrscheinlich eins (wenn nicht, bitte Augen zumachen und zum übernächsten Abschnitt springen!): manche von diesen Leuten auf der Galactica sind insgeheim keine Menschen, sondern künstliche Zylonen, und man erfährt erst nach und nach, wer. Oder man macht es wie ich und erfährt alles auf einmal, weil man zur FedCon geht und sich die Antworten auf Fragen wie „Wann haben die, die Zylonen spielen, davon gewusst?“ anhört.

Ich muss aber sagen: Wenn man schon verspoilert wird, dann bitte so. Außer der Sache mit den Zylonen hat Battlestar Galactica zu allem Überfluss auch noch eine sehr spannende staffelübergreifende Geschichte. Irgendwie habe ich es genossen, Hinweise darauf, wie sie verlaufen wird, aus den Nebensätzen der DarstellerInnen aufzuschnappen und mir ganz vage zusammenzureimen, was mich da noch für unglaubliche Dinge erwarten. Jetzt habe ich mehr denn je Lust darauf die Serie weiterzuschauen.

Ein Wiedersehen mit allen von Battlestar Galactica – nur Apollo drückt sich

Das hat auch mit dem Enthusiasmus des Battlestar-Casts zu tun. Ich weiß nicht, ob ich schonmal ein Ensemble gesehen habe, das so einen emotionalen Bezug nicht nur zu den anderen im Team, sondern auch zu ihrer Serie an sich hat. Ich hatte das Gefühl, dass viele von ihnen, allen voran Edward James Olmos (Commander Adama), von Herzen daran glauben, das Battlestar der Menschheit etwas Wichtiges zu erzählen hat (immerhin werden nicht so viele TV-Stars von den Vereinten Nationen eingeladen). Auch die Fragesessions verliefen etwas anders als sonst. Zum einen schienen mir noch mehr BesucherInnen als sonst von weit her angereist zu sein, um bei dieser Reunion dabei sein zu können. Zum anderen war mein Eindruck, dass es bei Battlestar durch den größeren Fokus auf komplexe Charaktere und längere Story-Arcs leichter fällt, Fragen zu stellen, auf die tatsächlich die DarstellerInnen sinnvolle und einzigartige Antworten geben können. Bei Star Trek zum Beispiel, das sich eher durch viele gute Einzelideen auszeichnet, müssen die SchauspielerInnen (verständlicherweise) auch mal passen, weil sie sich nicht mehr so gut an jede einzelne Episode und was sie sich dabei genau gedacht haben erinnern – da wünsche ich mir oft, lieber mal eine Autorin oder einen Regisseur befragen zu können. Auf der Galactica dagegen hat jede Figur Geheimnisse, Konflikte und Abgründe, die sich über längere Zeit entwickeln, und bei denen es tatsächlich sehr aufschlussreich ist zu hören, was diejenigen darüber denken, die die Figur spielen. Sowohl aus geradlinigeren („Was ist Präsidentin Roslins Lieblingsort auf der Galactica?“) als auch aus ambitionierteren Fanfragen („Welches Verständnis hat Dr. Baltar von Ethik in der Wissenschaft?“) ergaben sich sehr interessante Einblicke in die Vorstellungen, die sich die SchauspielerInnen von der Gedankenwelt ihrer Figuren machen und wie sie das in ihrer Darstellung beeinflusst hat – etwa darin, wie Baltar auf Vorwürfe reagiert, oder wie unterschiedlich Roslin sich in verschiedenen Teilen des Schiffs in der Gegenwart verschiedener Teile der Besatzung verhält.

Im Gruppenpanel gelang es jemandem aus dem Publikum, in seiner Frage die freche Behauptung unterzubringen, Battlestar Galactica sei, was Ensembles in Science-Fiction-Serien angeht, „bestimmt in der Top… hm… 20“. Spätestens nach dieser FedCon ist klar, was für eine rüde Untertreibung das ist.

Weitere fantastische Gäste waren die sehr sympathische Daphne Zuniga (Prinzessin Vespa aus Spaceballs) und – aus einer ganz anderen Richtung – die ESA-Mitarbeiter. Unter ihnen war auch die Astronautin Samantha Cristoforetti, die 200 Tage auf der ISS verbrachte und zum Beispiel sehr detailliert erzählte, was bei einem Zwischenfall wie dem in Gravity wirklich passieren würde (klang ziemlich safe). Außer ihren hervorragenden Vorträgen und Q&As war an den ESA-Leuten auch besonders sympathisch, dass sie auch begeistert die anderen Panels besuchten. Das fiel z.B. durch eine Frage auf, die eine ESA-Programmiererin im Battlestar-Panel stellte und aus der hervorging, dass sie mit ihrer Kollegin zusammen in Vorbereitung auf die Con tatsächlich innerhalb kurzer Zeit (viel disziplinierter als ich) die gesamte Serie durchgeschaut hatte und merklich mitgenommen und hingerissen davon war.

Ein Highlight anderer Art war Brian Muir, ein Bildhauer, der soweit ich verstanden habe einfach alle Requisiten und Sets in Hollywoods Filmen gestaltet hat. Dazu gehört der Helm von Darth Vader, auf dessen Ikonizität Muir am stolzesten ist, aber auch Dinge, bei denen mir bisher nicht in den Sinn gekommen war, dass sie überhaupt jemand modelliert hat – zum Beispiel der Elefantenrüssel und die Schlange, an die Kate Capshaw in Indiana Jones und der Tempel des Todes gerät (und auch die Schlange, der sich Indy in der Bundesladenkammer gegenüber sieht, zumindest in den Aufnahmen von hinten). Natürlich baute Muir auch das Alien und dessen Schiff. Er erzählte, dass er dabei auch Kompromisse finden musste zwischen den Filmproduzenten und H.R. Gigers Design, das viel „zu sexuell“ gewesen sei um es in der Form im Film zu zeigen. Muirs Auftritt lässt hoffen, dass vielleicht in Zukunft mehr Leute aus anderen filmischen Berufsständen außer SchauspielerInnen eingeladen werden.

 

Astronautin Cristoforetti / Entertainer Frakes und Spiner

Schließlich wäre eine FedCon keine FedCon ohne ein paar Star-Trek-Leute, diesmal unter anderem Robert Picardo (Holodoc) und Jason Isaacs (Captain Lorca), die beide einen sehr conventionerfahrenen Eindruck machten und durch Anekdoten in perfektem Deutsch (Picardo) oder über peinliche Reitunfälle (Isaacs) beeindruckten. An Bühnenerfahrung kaum zu toppen waren aber Brent Spiner (Data) und Jonathan Frakes (Riker). Die beiden lieferten einfach perfekte, professionelle Comedy ab, inklusive Patrick-Stewart- und Ian-McKellen-Imitationen (ununterscheidbar) und X-Factor-Sprüchen nach besonders abstrusen Anekdoten vom TNG-Set („Fact or Fiction?“). Bei ihrem zweiten (spontan zusammengelegten) Doppelpanel gab es dann auch Rührei, Kaffee und Gäste (natürlich aus Battlestar Galactica), und Spiner und Frakes konnten einfach ihr Naturtalent für Morning Shows ausleben.

Sehr positiv ist auf jeden Fall noch die Moderation auf der großen Bühne aufgefallen, die diesmal Lori Dungey übernahm. Auch sie hatte extra für die FedCon BSG geschaut (ebenfalls viel erfolgreicher als ich) und hatte für alle Gäste gute Fragen vorbereitet, zur Einstimmung und auch für Durststrecken während der Q&As. Das trug auch dazu bei, dass die Panels aus meiner Sicht smoother abliefen als letztes Mal.

 

Begegnungen mit freundlichen Star-Trek-Cosplayerinnen / -podcastern

Ich nehme von der FedCon diesmal viel Zuneigung für Battlestar Galactica und alle daran Beteiligten mit, einiges an neuem Wissen über Weltallmissionen, und Erinnerungen an viele gute Witze und schöne Momente in den anderen Panels. Bis zum nächsten Jahr!

(Mit Dank an Kathrin für Begleitung & Bilder!)

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