6 Kommentare

„Wietux“
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Kommentare

  1. Hi Marta & Kuba! :)

    Zur Folge „Tuvix“ habe ich ein zwiespältiges Verhältnis. Der Plot ist nicht besonders originell, wenn man vorher TOS oder TNG gesehen hat. Dort gibt es mit „Kirk geteilt durch 2 = ?“ und „Riker geteilt durch 2 = ?“ schon ganz ähnliche Geschichten. Hier dreht man den Prozess sozusagen um und vereinigt zwei Charaktere zu einem. Transporterunfälle gab es auch schon mal, darum ist das alles nicht neu.
    Tom Wright, der Darsteller von Tuvix, ist ohne Zweifel das Highlight dieser Episode. Ich finde, dass er den Charakter wirklich gut spielt und ohne ihn hätte ich es mir vielleicht nicht bis zum Ende angesehen. Das Problem von Tuvix ist aber, dass er schnell in das sogenannte „Uncanny Valley“ abdriftet. Ich weiß, dass er die Persönlichkeiten von Tuvok und Neelix in sich vereinigt, aber der Charakter selbst ist eben weder Tuvok noch Neelix, sondern eine völlig neue Person. Durch den Unfall werden die beiden gewissermaßen in Tuvix „gefangen gehalten“. Spätestens in der Szene, in der Tuvix versucht, Kes irgendwie dazu zu bringen, ihn zu lieben (wie auch immer das funktionieren sollte) verliert er für mich jede Sympathie und wirkt einfach nur noch wie ein „Ding“, das durch einen Unfall entstand. Es kann natürlich sein, dass das auch so beabsichtigt war.
    Gegen Ende will der Autor dann ein moralisches Dilemma aufbauen. Der Holodoc kann Tuvok und Neelix zurückholen, aber dafür muss Tuvix sterben. Für Tuvix ist das logischerweise tragisch und das ist auch nachvollziehbar. Trotzdem stellt sich für mich nicht die Frage, wie man hier entscheiden sollte. Schließlich darf man Tuvok und Neelix nicht im Stich lassen, nur um Tuvix am Leben zu erhalten! In Star Trek kommt es gelegentlich vor, dass sich ein Charakter opfert, um andere zu retten. Dabei denke ich v.a. an Spock in „Der Zorn des Khan“. Tuvok wäre ohne zu Zögern bereit, sich selbst für seine Kameraden zu opfern und auch Neelix traue ich dies zu. Eigentlich müsste Tuvix also selbst zu dem Schluss kommen, dass er nicht überleben kann. Das Dilemma wirkt auf mich nicht überzeugend, obwohl die Idee, einen neuen Charakter zu erschaffen, spannend ist. In einer modernen Serie hätte man Tuvix als Hauptcharakter behalten und das damit erklärt, dass man die „Trennung“ nicht durchführen kann, ohne einen von beiden zu töten oder so ähnlich. Schön finde ich die Szene am Ende auf der Krankenstation, als Tuvok und Neelix getrennt wurden und sie auf dem Biobett sitzen. Jeder wirkt vom anderen richtig angewidert, das ist nett.
    Insgesamt finde ich die Episode schon unterhaltsam, aber die Story ist nicht zu Ende gedacht. Ich muss auch gerade wieder an Ash Tyler in „Discovery“ denken, der mir nach dem Twist „Tyler ist ein klingonischer Schläfer“ auch nicht mehr gefallen hat.

    @ Marta:
    Ich habe mir gestern den „CastBlast“ von der FedCon 2018 angehört. Vielen Dank, dass du mich erwähnt hast! ;)

    Viele Grüße, Michael

    1. Interessant, wie unterschiedlich man a. diese Verwurstelung der beiden wahrnimmt und b. das Dilemma auslegt – ich würde das als Erfolg dieser Folge verbuchen.
      Bonuspunkte fürs Uncanny Valley ;)

      1. Als ich mir die Folge zum ersten Mal angeschaut habe, hatte ich für Tuvix auch Mitgefühl und fand seinen Tod bewegend. Ich dachte mir damals genau das, was ihr auch gesagt habt: Es gibt keine richtige oder gute Lösung, sondern nur eine Entscheidung.
        Je länger ich aber darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu folgendem Schluss: Wenn Tuvix wirklich Tuvoks Erinnerungen, Persönlichkeit usw. in sich trägt, dann verfügt er auch über die vulkanische Logik. Diese Logik müsste ihm eigentlich sagen, dass es keinen Sinn ergibt, eine einzelne Person zu retten, wenn dadurch zwei andere geopfert werden müssen.
        Der Holodoc würde ja auch nicht einen Patienten behandeln und ihm damit das Leben retten, wenn er dafür zwei andere sterben lassen müsste. Das wäre erstens unlogisch und zweitens unethisch. Wer hätte denn das Recht, die Entscheidung zu treffen, dass diese zwei Personen sterben müssen? Man könnte vielleicht irgendein moralisches Dilemma konstruieren, aber es würde mir schwer fallen, so ein Vorgehen zu rechtfertigen.

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