Diese Star Wars Story über diesen „einen Lümmel“¹ interpretiert den „War“ in Star War im Sinne von Saving Private Ryan oder Platoon.
Weil mich an diesem Film bestimmte Facetten mehr interessieren als die Gesamtmythologie, und ich etwas zu faul für einen fließenden Text bin, erlaube ich mir ihn baukastenhaft auseinanderzunehmen.

Der Pitch, wie gesagt

Star Wars als Kriegsfilm. Eine motley crew aus (im übertragenden Sinne) colorful characters wie in Band of Brothers, Saving Private Ryan, Thin Red Line und so weiter und als Bonus eine exotische Urlaubslocation für classic Strandkämpfe und Landungsboote. Sumpf-, Eis-, Regen-Planeten hatten wir schon, jetzt also Strand-und-Palmen. Man hätte den Planeten auch gleich „Nam“ nennen können.

Rogue erinnert mich damit an Battle of Los Angeles², der die Variation „Vietnam-Kriegsfilm aber in Los Angeles 2011“ durchspielt. Wo Battle versagt, (you had one job) nämlich wiedererkennbare Schauplätze für eine Sci-Fi-What-If/Militaria-Masturbations-Fantasie einzusetzen, macht Rogue seine Sache gut: wir sind definitiv in Star Wars.

Unsere Jungs

  • Ein schurkischer, pragmatischer, irgendwie doch idealistischer Schmuggelpilot mit einem Herz aus Gold. Er heißt Han Dameron.
  • Ein weiser, blinder, seufz, space-asiatischer Mönch.
  • Sein stumpfer Sidekick mit der coolen dicken Knarre. Irgendwas aus Team Fortress.
  • Ein übergelaufener Pilot des Imperiums. Markenzeichen: Coole Fliegerbrille.
  • Ein umprogrammierter Roboter, der kindlich-naiv unbequeme Wahrheiten ausspricht, manchmal aber auch weise ist wie ein anderer paranoider Androide.
  • Schließlich Die Frau. Widerwillige Anführerin, die da irgendwie durch verwandschaft reinrutscht, dann doch das Gute an der Guten Sache anerkennt.

A Story

Kurz vor „Star Wars“ (Episode 4, seufz) eingesandwicht, muss dieses Sprequel ein Retcon-Fest für die technisch obsessiveren Fans sein (siehe auch: Star Trek), weil es eine bequeme Ausrede Erklärung für die schockierend miese Security des Todessterns bietet. Wenn man sich nicht für den „Realismus“ eines Weltraummärchens interessiert, ist es immerhin eine starke Ankopplung an die Haupt-Story (die Cameos von R23PO³ wirken da viel aufgetackerter).
Die Narration hüpft von Level zu Level und hin und wieder muss ein Schalter umgelegt werden.

Mulmigkeiten

  • Space-Arabien mit tuchumwickelten Terroristen Rebellen, die einen Anschlag auf einen Transport-Panzer (?) verüben.
  • Der Academy Award für Best Supportin Video Game Character geht nicht an Tarkin. Ich dachte eigentlich, wir wären schon weiter in der computergestützten Wiederbelebung von unbequemerweise verstorbenen Orginaldarsteller_innen? CGI-Zombie-Mulmigkeit.

Okay

Zum Glück sind World-Building, Umwelt-Special-Effects und Episode-4-Cosplay super. Highlights:

  • Yet Another Space Ireland, mit Tatooine-Architektur
  • Sternenzerstörer schwebt über der Stadt
  • AT-ATs zwischen Palmen. Ja, ja.

Fazit: Wenn man, wie ich, heimlich beknackte Ensemble-Kriegsfilme mag: Gehirn ausschalten oder betäuben und anschauen (Betonung auf schauen).

Fußnoten

¹ Der polnische Titel lautet „Łotr 1“, was man als „So ein Lümmel“ (oder auch „so 1 lümmel“) übersetzen kann wenn man will. Italienisch: Ragout Uno (SCusa Non ho potuto Resistere)

² „a science-fiction film that’s an insult to the words ’science‘ and ‚fiction,‘ and the hyphen in between them“ — Roger Ebert

³ Ein neues „Shippertmonteau“ à la (ugh) Drarry. Update: tvtropes.org hat ein paar Beispiele:  „Pepperony“„Wuffara“„NaruHina“„Sheelos“„Applepie“, and „Jam“ (ich verstehe kein einziges davon).

Bildquellen: bricker.info und –owl.com

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